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Erfolgreiche Kundgebung für Demokratie und Menschenrechte gegen die rechtsextreme AfD

Pressebericht zur Kundgebung am 22.7. 2025

450 Bürger:innen sind am Dienstag Abend, den 22. Juli 2025, in Schweringen friedlich für Demokratie und Menschenrecht gegen die rechtsextreme AfD trotz strömenden Regens auf die Straße gegangen. „Die ursprünglich angemeldete Zahl von 100 TN hatten wir bereits am Montag Morgen wegen der starken Resonanz gegenüber der Ordnungsbehörde auf 200 erhöht“, so die Veranstalter:innen

Wir sind sehr zufrieden mit der Aktion. Trotz strömenden Regens sind 450 Menschen in Schweringen gegen die extreme Rechte auf die Straße gegangen. In den Redebeiträgen von Schweringen ist bunt, Gesicht zeigen in der Grafschaft Hoya, Omas gegen Rechts, Get loud against Hate Hoya, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschisten, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und des Runden Tisches gegen Rassimus und rechte Gewalt Nienburg wurde deutlich, dass Demokratie und Menschenwürde in der Mittelweserregion gegen die extreme Rechte mit gebotenen Mitteln verteidigt wird. 
Bundestagsabgeordnete Anne-Mieke Bremer (Die Linke) thematiserte durchaus differenziert besonders die sozialen Aspekte in der Bekämpfung des Rechtsextremismus und fasste dies in der Aussage "Antifa ist Wohlfahrststaat" zusammen. Kersti Schittko machte in ihrem Beitrag für Schweringen ist bunt deutlich, dass sich Schweringen nicht durch die AfD spalten lasse und dass das Dorf weiter klar für Demokratie und Menschenrechte einsteht.

Folgende Zitate sollen Inhalte und Stimmungslagen während der Kundgebung wiedergeben:

Rudi Klemm erinnerte für den Runden Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg an den Grund der Kundgebung und ordnete die formale Abkehr des Rechtsextremisten Maximilian Krah vom Völkischen Nationalismus als taktisches Manöver ein:

„Maximilian Krah wurde u. a. bekannt durch Veröffentlichungen zum Kampfbegriff „Remigration“ und zur Waffen SS, so dass sich sogar rechtsextreme bzw. rechtspopulistische Parteien im Europaparlament weigerten, mit ihm zusammenzuarbeiten.
Maximilian Krah hat kurz nach Erscheinen des Gutachtens, in dem der Verfassungsschutz die AfD als gesichert rechtsextrem einstuft, einen erstaunlichen Kurswechsel vollzogen.
Plötzlich argumentiert er für eine Abkehr vom Völkischen Nationalismus und eine Distanzierung von den Identitären. Er begründet diesen taktischen Kurswechsel auch ganz offen mit möglichen Verbotsverfahren gegen die AfD und die Identitären. Inzwischen hat ein neuer Machtkampf im Umfeld der AfD begonnen. An keiner Stelle finde ich allerdings eine Entschuldigung oder Distanzierung von Krah zu seinen bisherigen hetzerischen Äußerungen.
Manuel Krauthausen wurde 2014 wegen rassistischer und menschenverachtender Beiträge in einer Chatgruppe von Polizeianwärtern aus dem Polizeidienst in Nordrheinwestfalen entlassen.
Wer glaubt, dass Krah und Krauthausen für eine demokratische Mäßigung der AfD stehen, glaubt auch, dass die Weser ab morgen aufwärts fließt.“

Kersti Schittko begüßte die Teilnehmer:innen im Namen der Gruppe Schweringen ist bunt und erläutert ihre Motivation und freute sich über den guten Besuch der Veranstaltung:

„Die Motivation unserer Gruppe ist es, in Schweringen eine gute Nachbarschaft zu fördern. Auf die anfängliche Begeisterung über die ermutigende damalige Protestaktion folgte Nachdenklichkeit. Wir treten dafür ein, dass wir uns in unserem Dorf bei aller Verschiedenheit achtungsvoll begegnen. Die Durchführung von Veranstaltungen mit rechtsextremen Inhalten führt jedoch unserer Meinung nach zu Grabenbildung. (…) Wir wünschen uns etwas Besseres für Schweringen, aber natürlich auch für unser ganzes Land: Statt Abschottung und Vorurteile möchten wir friedlichen Austausch und offene Auseinandersetzung. “

Joachim von Lingen von der Gruppe Gesicht zeigen in der Grafschaft Hoya thematisierte Respekt und Menschenwürde am Beispiel einer kurzen Geschichte:

„Da wird ein Kind gefragt: „Gibt es in eurer Schule auch Ausländer?“ Die Antwort ist so klar wie deutlich: „Nein, bei uns gibt es nur Kinder.“
Die kleine Welt einer Schule ist wie ein Mikrokosmos einer Gesellschaft. In ihr lernen die jungen Menschen alles, was man für das Leben braucht. Zunehmend ist das weniger das Wissen, das es auf Knopf- oder Tastendruck ja überall abrufbar gibt. Sondern es werden Fragestellungen, Haltungen, Möglichkeiten des Handelns, Kompetenzen ermöglicht, die es für ein Leben in den immer komplexer werdenden Welten braucht.
"Gibt es in eurer Schule auch Ausländer? Nein, bei uns gibt es nur Kinder."
So stark ist diese Antwort! Und warum ist sie stark?
Ihre eigentliche ganz archaische Kraft liegt darin, dass sie jede Form von Ausgrenzung unterläuft. „Wir sind Kinder“ bedeutet erkannt zu haben, dass bei aller individuellen Unterschiedlichkeit es ein alles tragendes einigendes Moment gibt, das Kind-Sein. Dieses So-Sein hat seine Berechtigung in sich, das jedes Kind für sich in Anspruch nehmen kann und zugleich jedem anderen Kind auch zubilligt und vorbehaltlos zugesteht. Ich bin Kind, darf so sein und du darfst es auch.“

Yamina van Veldhuizen von Orgagruppe des Festivals Get loud against Hate Hoya machte mit Bezug auf die Rechtsextremisten Maximilian Krah und Manuel Krauthausen deutlch:

„Wir zeigen denen, dass die Diskriminierung anderer Menschen keinen Platz in unser Gesellschaft hat. Wir hören nicht auf zu kämpfen bis die AfD verboten ist und bis sich alle Menschen in Deutschland wieder sicher fühlen können. Wir hören erst auf, wenn queere Menschen und migrantisch gelesene Menschen in Deutschland nichts mehr zu befürchten haben und wir kämpfen dafür, dass jede Person sich in dieser Gesellschaft aufgenommen und sicher fühlen kann.“

Charlotte Feher von den Omas gegen Rechts Nienburg erinnerte an Funktion und Folgen rechtsextremer Hetze:

„Hass und Hetze haben eine Funktion: Mobilisierung von Anhängern, Polarisierung der Gesellschaft, Ablenkung von einer Politik auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung. Legitimierung von Gewalt gegen Anderrsdenkende und Migranten. Nach der Jahresbilanz der Opferberatung in einer AfD-Hochburg in Thüringen haben sich die Zahlen der rechtsextremen Gewalt seit 2023 verfünffacht.“

Bundestagsabgeordnete Anne-Mieke Bremer (Die Linke) thematisierte auch Angriffe auf queere Menschen und kritisierte die CDU:

„Queere Menschen befinden sich im Fadenkreuz der Faschisten: Auf der Straße, in den Parlamenten, in den Betrieben und im Internet. Die extreme Rechte mobilisiert gegen Prides, queere Menschen werden entmenschlicht und angegriffen. Wir werden das nicht hinnehmen! Auch die CDU ist im Wahlkampf und in ihrer Politik auf den Kulturkampf von Rechts gezielt aufgesprungen. Ein Kulturkampf gegen queeres Leben, gegen trans Personen, eingebettet in eine Politik der Aufrüstung, Ausgrenzung und Repression. Eine Politik die traditionelle Geschlechterrollen stärkt und patriarchale Verhältnisse zementiert.“


Neben den Redebeiträgen gab es Musik von Karsten Waliszewski, Rudelsingen von den Omas gegen Rechts und einen Beitrag der Bläsergruppe Schweringen, die alle mit ihrem Vortrag und der Auswahl der Musikstücke sowohl ihr musikalisches Talent als auch gutes politisches Fingerspitzengefühl bewiesen.

Abschließend möchten die Veranstalter:innen allen Beteiligten großen Dank aussprechen. Insbesondere wird betont, dass der lautstarke Protest der jungen Leute aus der Antifa die Kundgebung gut sichtbar hörbar gemacht hat. „Sie haben einen konstruktiven Beitrag zu dieser Kundgebung geleistet und haben uns z. B. rechtzeitig vor einem rechtsextremen YouTuber gewarnt.“, so Rudi Klemm.

Die Veranstalter betonen auch die sehr positive Rolle der Polizei, „die stets deeskalierend und in guter Kommunikation mit uns war.“, so Rudi Klemm.


Aufgerufen zur Kundgebung haben folgende Organisationen:

    Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg
Schweringen ist bunt (Swib)
Runder Tisch für Demokratie Steyerberg
Gesicht zeigen in der Grafschaft Hoya
DGB Kreisverband Nienburg
Omas gegen Rechts Nienburg
Oldies for Future Nienburg
CVJM Landesbergen
Evangelische Jugend im Kirchenkreis Nienburg 
Netzwerk Nienburg - Kritisch für Frieden, Umweltschutz soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Menschenrechte im LK Nienburg/Weser
SPD Unterbezirk Nienburg
Bündnis 90 / Die Grünen Kreisverband Nienburg 
Die Linke Kreisverband Nienburg
Naturfreunde e.V. Nienburg
WeserBeatz e.V.
 und viele mehr

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Autor*in

Runder Tisch gegen Rassismus und rechte Gewalt Nienburg/Weser
Veröffentlicht: Donnerstag, 14. August 2025 um 10:12 Uhr